10. Fertig
Erstmal kommen Billigsaiten rauf. Denn falls noch was am Griffbrett zu korrigieren ist werden die nicht alt.
Setup: Halskrümmung, Saitenlage und Bundreinheit. Für die E und A Saiten bekomme ich mit dem Einteilersteg die Bundreinheit nicht 100-prozentig hin, damit kann man aber leben, der Rest stimmt. Vielleicht wirds ja mit anderen Saiten besser. Ich habe noch zwei kleine Holprigkeiten der Bünde im Bereich der D-Saite auf dem 7. und 11. Bund gefunden, da muss ich noch mal ran, ansonsten kann ich am 12. Bund eine Saitenlage von 1,5 mm (e) bis 1,9 mm (E) realisieren - nicht schlecht - meine vorherigen Klampfen lagen höher. Die Bundstäbchen muss ich noch ein wenig nachpolieren, man hört zwar nichts beim Saitenziehen, fühlt es aber.
Mit vernünftigen Saiten drauf ist dann auch die Bundreinheit kein Thema mehr.
Sound:
Ist natürlich megaspannend. Unverstärkt angeschlagen relativ laut, bei einem massiven Korpus eigentlich kein gutes Zeichen. Am Verstärker ist dann aber alles gut, zunächst clean und linear. Dann etwas fetter und Zerre.
Den Sound einer Gitarre verbal zu beschreiben ist eigentlich Quatsch, denn genaugenommen besteht der Sound aus dem System "Gitarrenanlage" und zwar vom Plektrum bis zum Speaker. Ich werd's trotzdem versuchen, geht natürlich nur über Vergleiche.
Hals-u. Mittel-PU: Häussel BigMags, der mittlere reversed: Die haben zwar Strat-Optik, klingen durch ihre extrafetten Magnete eher P90-like. Sehr ausgewogen, nix Schrilles und fast so viel Output wie der HB! Trotzdem kann man in Verbindung mit einer Spule des HB TWÄNG erzeugen.
Steg-PU: Rockinger JayBeeCustom, ist sozusagen ein getunter
PAF, der ein wenig mehr Output und Höhen bringt, letztere aber ausgesprochen harmonisch.
Ein echter Klangdiamant, der aber nicht blendet. Da ich ihn schon einige Male
verbaut habe, gehe ich mal von diesem PU aus um den Klang der Gitarre zu beurteilen:
Grundcharakter Paula-ähnlich - war auch so beabsichtigt. Der Korpus erscheint
zwar von den Konturen her relativ zierlich, ist aber Dicker als gewöhnlich
(45 mm Stärke) und bringt 3,4 Kilos auf die Küchenwaage.
Suistain bis der Arzt kommt, aber auch gut direkte Ansprache. Zum ersteren tragen die Carbonstreben mit bei, bei der Ansprache scheint der Alu-Steg tatsächlich was zu bringen.
Die Olivendecke bringt etwas weniger Brillianzen als Ahorn - aber was für einen Charakter! Er bestimmt sämtliche Pickup-Kombinationen, die natürlich alle unterschiedlich klingen, aber dessen Sounds alle zu einer Familie gehören und Gemeinsamkeiten haben.
Spielbarkeit:
Super! Ist ja auch kein Wunder - ich habe das Teil auf mich
maßgeschneidert.
Auf dem Knie und am Gurt ausgewogen. Das Halsprofil - flaches D- ist erstmal
etwas ungewohnt, (sonst spiele ich rundere Formate) man kommt aber schnell
rein und dann offenbaren sich die Vorteile. Das gefühlvolle Saitendämpfen
am Steg geht über diesen Einteiler genial! Besser als bei einem Tunamatic
oder Einteilern mit Saitenreitern und natürlich
wesentlich besser als
mit Fender-Konstruktionen.
Und nu?
Ich bin - abgesehen von dieser unsäglichen Dot-Panne - sehr zufrieden
mit dem Teil. Aber wegen dieser blöden Macke werde ich wohl irgendwann
NOCH ein Instrument bauen müssen.
Achja, sorry, so sieht sie nun aus:

Also Leute! Dann baut man schön Klampfen! Soo schwierig ist es ja nun nicht. Und passt auf wohin Ihr die Dots setzt!