7. Steg positionieren und diverse Löcher
Nachdem Hals und Sattel sitzen kann man den Steg genau positionieren, und zwar nicht nach der ursprünglichen Schablone oder dem Aufriss, sondern anhand der tatsächlichen Bedingungen. Ist der Hals auch nur um 1 Grad schief zur theoretischen Mittelachse eingeleimt, laufen die Saiten in den höheren Lagen schon neben dem Griffbrett.
Mit einer gespannten Schnur simuliert man die Position der beiden e-Saiten und legt so die exakte seitliche Position des Steges fest. Wenn der aus der geplanten Mitte herausläuft, müssen auch die PUs entsprechend angepasst werden.

Die Mensurlänge ist bekannt, in diesem Fall 648 mm. Die Korrektur zur Bundreinheit verlängert die Saiten in jedem Fall und verkürzt sie nie. D.h. der Steg wird so montiert, dass die Auflage der hohen e-Saite in der vordersten Einstellposition der tatsächlichen Mensur entspricht und der Einstellspielraum des Steges sich nach hinten erstreckt. Stege, die einen geringen Stellbereich haben - z.B. Tunamatic-Stege - kann man auch gleich etwas schräg montieren (3 Grad zur Mittelachse).
Die restlichen Pickuplöcher werden nun gefräst und die Sackbohrungen für den Steg gebohrt und zwar mit Hilfe eines Bohrständers! Freihand gebohrt kann so ein 11-mm-Bohrer eine beachtliche Eigendynamik entwickeln und das Loch mal 2-3 mm neben die gewünschte Position driften lassen - was an dieser Stelle katastrophal wäre.

Die Löcher für die Potis werden gebohrt, da gibts weiter nix anzumerken, aber der Schlitz für den 5-Weg-Schalter muss noch rein. Diese "Oberfräse" für eine biegsame Welle hatte ich mir mal für Intarsienarbeiten gebaut.

Und mit dieser Einrichtung (an einem Anschlag natürlich) und einem 2,3 mm Hartmetallfräser ist der Schlitz dann schließlich drin.
