9. Mist gebaut

AAAARRRRGH! WIE KANN MAN SO BLÖD SEIN?

Ich habe die doppelten Dots auf dem Griffbrett nicht auf den 12. Bund gelegt sondern auf den 15.! Guck auch noch tagelang drauf und merke nichts!

Hilft nichts. Ich versuche zu retten, was zu retten ist. Der zwölfte Bund muss stärker betont werden - also ein Inlay. Perlmutt habe ich noch rumliegen also säge und feile ich das Inlay zurecht. Eine schlichte Form - Superdot sozusagen. Das Inlay wird dann mit zwei kleinen (!) Tröpfchen Punktkleber auf dem Griffbrett fixiert. Mit einer Stahlnadel wird die Kontur ins Holz geritzt und das Inlay vorsichtig wieder losgehebelt. Bei dunklen Hölzern kann man dann noch Kreide in den Anriss wischen, damit man ihn besser sieht.

Dann kommt die Minioberfräse für die Bohrerwelle zum Einsatz. Da das Griffbrett ja schon verrundet und bundiert ist muss in der Mitte etwas tiefer gefräst werden als außen. Als Fräskopf nehme ich in diesem Fall einen ziemlich dicken Eumel mit 2 mm Durchmesser. Bei komplexen Inlays geht das runter bis auf 0,5 mm. Ohne Lupenbrille sollte man sich an Inlayarbeiten übrigens gar nicht erst versuchen.

Da es sehr gut passt wird das Perlmutt einfach mit Punktkleber eingesetzt. Wenn es Fugen gibt, vermischt man Epoxykleber mit Holzstaub, gibt ihn relativ satt in die Fräsungen und drückt die Perlmuttteile ein. Die Paste soll in den Fugen hochquellen. Nach dem Aushärten wird das dann wieder plangeschliffen. Normalerweise macht man das ja auf dem rohen Griffbrett.

Ich hingegen passe das Perlmutt mit der Feile an - die benachbarten Bünde werden zur Sicherheit abgeklebt. Etwas Schleifpapier, Stahlwolle, Öl und voilá:

EIn "richtiges" Inlay sieht übrigens so aus:

Das Auge ist natürlich beleuchtet :)

 

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